In seiner Haushaltsrede zum Haushalt 2025 stellte Dr. Andreas Weigel, Vorsitzender der Fraktion Bürger für Wilnsdorf & FDP, klar: Die Gemeinde Wilnsdorf steht vor enormen finanziellen Herausforderungen – doch einfache Lösungen gibt es nicht.

Unter dem Titel „Es könnte alles so einfach sein – ist es aber nicht“, angelehnt an ein Lied der Fantastischen Vier, nahm Weigel den Entwurf für das Haushaltsjahr 2025 in den Blick. „Die Verwaltung hat erneut einen soliden Haushaltsentwurf vorgelegt – dafür danken wir ausdrücklich“, so Weigel. Ein besonderer Dank galt der Verwaltung für die faire und verfassungsfeste Umsetzung der komplexen Grundsteuerreform.

Grundsteuerreform: Komplex, aber in Wilnsdorf fair umgesetzt

Die Fraktion hob hervor, dass es gelungen sei, trotz Neubewertung der Grundstücke eine faire Lastenverteilung zu erreichen. „Eine tatsächliche Steuererhöhung findet in Wilnsdorf nicht statt. Die neuen Hebesätze differenzieren gezielt zwischen Wohn- und Nichtwohngrundstücken, um die Bürgerinnen und Bürger zu schützen“, so Weigel. Gleichzeitig kritisierte er die unnötige Komplexität der neuen Berechnungsgrundlagen: „Die Reform war nötig – doch man hat eine Chance verpasst, sie auch bürgerfreundlich zu gestalten.“

Haushalt 2025: Fiktiver Ausgleich mit realer Verschuldung

Auch wenn der Haushalt formal ausgeglichen erscheint, sei dies nur durch Rückgriff auf die sogenannte Ausgleichsrücklage möglich – ein rein rechnerisches Konstrukt. „Das klingt besser, als es ist. De facto steigt unsere Verschuldung“, machte Weigel klar. Für 2025 wird mit einem Schuldenstand von rund 64 Mio. € gerechnet, davon allein 25 Mio. € in Form von kurzfristigen Liquiditätskrediten. Die steigenden Zinslasten – bereits 1,2 Mio. € im Jahr 2025 – verschärfen die Lage weiter.

Kreisumlage und Landespolitik: Wilnsdorf unter Druck

Ein zentraler Kritikpunkt der Rede war erneut die steigende Kreisumlage. Über 20 Mio. € müsse Wilnsdorf im kommenden Jahr an den Kreis zahlen. Während der Kreis seinen Haushalt und Personalbestand weiter ausweitet, fehle der Kommune zunehmend der Spielraum. „Ein Ausgabenanstieg auf Kreisebene um über 100 %, 49 neue Stellen – und gleichzeitig erwarten wir von den Kommunen, mit dem Rotstift zu arbeiten?“, so Weigel kritisch.

Die strukturelle Unterfinanzierung der Kommunen durch das Land NRW sei der eigentliche Kern des Problems. „Was wir brauchen, ist endlich eine echte Kommunalfinanzreform – keine weiteren Bilanztricks im NKF-System und keine Finanzkosmetik. Andere Länder wie Hessen gehen bereits mit gutem Beispiel voran.“

Fazit: Verantwortung übernehmen, ehrlich kommunizieren

Trotz aller Kritik betonte die Fraktion Bürger für Wilnsdorf & FDP ihre konstruktive Haltung: „Wir stehen zu diesem Haushalt, zum Stellenplan und zur Hebesatzsatzung. Unsere Zustimmung ist ein Bekenntnis zur Verantwortung – gegenüber der Gemeinde, ihren Bürgerinnen und Bürgern sowie den kommenden Generationen.“

Die Rede schloss mit einem klaren Appell gegen Populismus: „Einfach klingende Lösungen sind meist keine echten. Es liegt an uns, die Dinge ehrlich zu benennen, auch wenn es unbequem ist. So stärken wir das Vertrauen in Politik und Verwaltung – gerade in schwierigen Zeiten.“