Die Umwidmung der ausgewiesenen Spielfläche „Am Untersten Johannes“ in ein Baugrundstück in Obersdorf wurde abgewendet

Es war eine Achterbahn der Gefühle für die Anwohner „Am Untersten Johannes“, aber auch für mehrere Obersdorfer mit Kindern oder Wilnsdorfer Bürger, die das Vorgehen bzgl. einer ausgewiesenen Spielfläche, die in ein Baugrundstück umgewidmet werden sollte, durchaus mit Interesse verfolgt haben. Insgesamt 6 Beratungstermine im Bauausschuss und Rat waren für die letztendliche Entscheidung notwendig, immer wieder geprägt dadurch, dass die Verwaltung ihren Antrag zurückzog oder Beratungbedarf der CDU angeführt wurde. Von Anwohnerseite waren zu Beginn fünf Einwendungen eingegangen.

Am 30.01.2019 stellte die BfW und FDP sowie WPU eine Anfrage, die den Stein für einen positiven Ausgang, nämlich den Erhalt der Spielfläche im Bebauungsplan ins Rollen gebracht haben dürfte. Die Anfrage inklusive der vollständigen Antwort der Verwaltung finden Sie hier.

Die Verwaltung musste in ihrer Antwort einräumen, dass Obersdorf gemäß eines Erlasses des Innenministers über nicht ausreichend Spielfläche verfügt. Die Verwaltung versuchte zwar über das Anführen eines nicht zugänglichen Sportplatzes oder Kinderspielplatzes des DRK-Kindergartens die Bilanz nach oben zu verbessern, dennoch standen und stehen die Zahlen für sich: 3955m² (ungeschönt 2825 m²) Istfläche zu 4894 m² Sollfläche gemäß Erlass.

Auch weitere Ausführungen des Baudezernat-Fachbereichsleiters stießen nicht nur bei uns auf  Unverständnis. Die Verwaltung führte u.a. aus, dass die Notwendigkeit für die Errichtung von Spielflächen nicht gegeben wäre, da in den letzten Jahren vermehrt Spielmöglichkeiten in den privaten Gärten der Besitzer in Form von Rutschen, Sandkästen, Schaukeln oder Trampoline geschaffen würden. Die Begründungen der Verwaltung gipfelten darin, dass eine sehr geringe Anzahl an Kindern in dem Neubaugebiet „Am Untersten Johannes“ verortet wäre.

Uns stimmt die geringe Weitsicht der Verwaltung traurig, da sie selbst eine Distanz von 500m zur Spielfläche anführt, die dann über die B54 in den „Rosenwald“ oder deutlich aus dem Neubaugebiet heraus in ältere Wohngebiete führt. Bereiche, welche durchaus als sehr kinderreich bezeichnet werden können. Wer mag, darf auch gerne, die von uns eingeforderte Statistik der 0-6 Jährigen in den jeweiligen Ortschaften bemühen. Vor einem Jahr gab es nach Aussage der Verwaltung 141 Kinder diesen Alters in Obersdorf.

Die BfW und FDP sowie WPU sind sehr froh, dass die Umwidmung mit Hilfe der Grünen und der schlussendlich geeinten SPD verhindert werden konnte. Die ausgewiesene Spielfläche bleibt weiterhin im Neubaugebiet „Am Untersten Johannes“ bestehen. Die mehrheitlich ausgesprochene Empfehlung des Bau- und Umweltausschusses an den Rat vom 30.01.2019 ließ noch einen anderen Ausgang vermuten.